Kompostieren

Mit einem Komposthaufen können Sie einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Etwa ein Drittel unseres Hausmülls ist hierfür verwertbar und kann kompostiert werden. Pflanzen benötigen Nährstoffe, um gesund und kräftig zu wachsen. Insbesondere Stickstoff, Phosphor und Kalium werden benötigt. Man kann bei Mangelerscheinungen zwar mit schnell wirkenden mineralischen Düngern nachhelfen, ein organischer Dünger wirkt jedoch sanfter und langanhaltender. Beim Kompostieren entsteht ein ausgezeichnetes Material, das dem Garten wieder zugeführt wird und den Boden mit den nötigen Nährstoffen versorgt. Gesunde Pflanzen sind das Ergebnis.

Reifekompost

Wird der Komposthaufen wenigstens ein Jahr lang gelagert, entsteht der Reifekompost. Dieser vererdete Kompost hat wenig Düngewert. Als hochwertige Pflanzerde ist er für die Aussaat und Anzucht junger Pflanzen gut zu verwenden.

Schnellkompost

Nach bereits 6-8 Wochen ist dieser nährstoffreiche Kompost fertig. Er ist krümelig und riecht nach Walderde. Als Bodenverbesserungsmittel ist er gut geeignet. Hergestellt wird Schnelkompost im Thermokomposter und kann aus diesem leicht entnommen werden.


Kompostbehälter
Organische Abfälle im Thermokomposter

Sperrige, grobe Gartenabfälle, wie z.B. Strauchschnitt, Baumschnitt, Gemüsestrünke usw., werden zu einer kompostgerechten Größe zerkleinert. Hier ist der Einsatz eines Gartenhäckslers ideal. Hinweise über die Arbeit mit Gartenhäckslern finden Sie weiter unten. Mit feuchten, nährstoffreichen Materialien, (z.B. Rasenschnitt) werden die Gartenabfälle dann vermischt. Die entstandene Mischung wird mit einem Kompostiermittel beimpft. Hierdurch gelangen Mikrororganismen in die Mischung und sorgen für eine rasche Kompostierung. Füllen Sie nun die entstandene Mischung in den Thermokomposter. Nach etwa 2-3 Wochen mischen Sie den Kompost mit einer Gabel kräftig durch. Hierbei kann die Feuchtigkeit geprüft und eventuell durch Zugabe von feuchtem oder trockenem Material reguliert werden.


Was kann alles kompostiert werden?

  • Holzasche
  • Rasenschnitt
  • Wildkräuter (angewelkt)
  • Federn
  • Haare
  • Heckenschnitt
  • Strauchschnitt
  • Stroh
  • Gartenabfälle
  • Kaffeesatz
  • trockene Eierschalen
  • Küchenabfälle
  • Obstreste
  • Laub
  • Mist von Stalltieren
  • Heu
  • Blumenreste
  • Kartoffeln
  • Blumentopferde
  • Zeitungspapier
  • Baumrinde
  • Teesatz
  • Knochen
  • Rüben

Manche Stoffe wie z.B. Knochen, Papier und Baumrinde müssen vor dem Kompostieren erst zerkleinert werden. Einige Stoffe können zur Regulierung der Feuchtigkeit benutzt werden. Ein ausgewogenes Mischungsverhältnis ist immer am besten.

Was darf nicht auf den Kompost?

  • Lumpen
  • Textilien
  • Metall
  • Fäkalien
  • Steine
  • Glasscherben
  • Hochglanzpapier
  • Kunststoffteile
  • Fleischabfälle
  • Verbundstoffe


Kompostieren auf dem Kompostsilo

Wählen Sie zum Aufstellen des Kompostsilos, das aus Holz oder Drahtgeflecht hergestellt sein kann, einen schattigen Platz aus. Der Untergrund darf nicht betoniert sein oder aus sonstigem dichtem Material bestehen. Vor dem Aufstellen des Silos lockern Sie den Untergrund etwas auf. Als erste Füllung kommt eine etwa 20 cm dicke Belüftungsschicht aus Baum- und Heckenschnitt in das Silo. Die nächsten Schichten sollten abwechselnd aus nassem und trockenem Material bestehen. Schichten aus Grünmasse überpudert man mit Steinmehl und Schichten aus Erde mit Algenkalk. Durch ein zusätzliches Beimpfen mit Mikroorganismen wird der Rotteprozeß noch beschleunigt. Zum Abschluß kommt noch eine Schicht aus Erde obendrauf. Stroh und Laub schützen vor Wärmeverlust.

Bei einer zu hohen Feuchtigkeit kann keine ausreichende Durchlüftung stattfinden. Die Temperatur sinkt dabei ab und es besteht Fäulnisgefahr. Ist die Feuchtigkeit zu gering, ruhen die Mikroorganismen und damit der Kompostprozeß.


Häckseln
Wer sich die Arbeit macht, seine Küchen- und Gartenabfälle zu kompostieren, gewinnt einen wertvollen Rohstoff für seinen Garten. Das wichtigste bei der Kompostierung sind natürlich die Stoffe, die kompostiert werden Wertvoll hierbei sind nicht nur weichere Inhaltsstoffe, sondern auch Baumschnitt usw. Bevor dieser kompostiert werden kann, muß er auf eine entsprechende Größe zerkleinert werden. Hierbei müssen möglichst große Angriffsflächen für die Arbeit der Mikroorganismen und Kleinstlebewesen im Kompostbehälter geschaffen werden. Der Gartenhäcksler nimmt uns die Arbeit des Zerkleinerns spielend leicht ab. Mit seinem Zerkleinerungsmechanismus nimmt er es mit allen mehr oder weniger dicken Ästen, Baumschnitt, usw. auf. In den Häckslern werden für diese Arbeit unter anderem Schneidwalzen, gezahnte Walzen, rotierende Messerscheiben, Hammerwerke oder Konusschnecken verwendet. Wichtig ist eine grobe Zerfaserung, damit das Schnittgut im Kompostprozeß schnell zersetzt wird. Beachten Sie zudem die erforderlichen Sicherheitshinweise bei der Arbeit mit Häckslern. Tragen Sie Schutzhandschuhe und eine Sicherheitsbrille.


Mulchen
Mulchen ist eine Düngung und ein Bodenschutz, wie ihn uns die Natur vormacht. In der Natur ist ein unbedeckter "nackter" Boden kaum anzutreffen. Im Wald schützen Moose, Farne und Gräser den Boden. In dieser Schicht sind unzählige Kleinstlebewesen zu Hause. Diese Schicht ist ein wichtiger Schutzmantel für den Boden. Ohne ihre Tätigkeit würde kein Humus entstehen und ein Pflanzenwachstum wäre undenkbar. Im Winter finden kleine Tiere unter dieser Schicht noch reichlich Nahrung. Wir sollten es der Natur nachmachen und im Garten ebenso für eine ausreichende Mulchschicht sorgen. Durch das Mulchen werden Regenwürmer gefördert, die ihrerseits wieder zur Bildung der wichtigen Ton-Humus-Komplexe beitragen. Die Mulchschicht schützt vor Austrocknen der Erde und erhält eine gleichmäßie Bodenfeuchtigkeit. Die Bodenbearbeitung wird erleichtert, weil uns die Regenwürmer schon eine Menge Arbeit abgenommen haben. Zum Mulchen geeignet ist natürlich das Häckselgut, das sich im Lauf der Zeit durch den Erdkontakt zersetzt. Das Material kann flächig über den Beeten verteilt und eingeharkt werden.